Ausbildung zum/zur Heilpädagogen/-in

Fachakademie für Heilpädagogik Rummelsberg

Infos zum Standort

Als Studierender der Fachakademie für Heilpädagogik
habe ich gelernt, dass es Grundlage heilpädagogischen Denkens und Handelns ist, den Menschen als Ganzes von Körper-Geist-Seele zu sehen und auf seine Stärken und Ressourcen einzugehen.

Herzlich Willkommen!

 

Vielfalt im Verstehen, Denken und Handeln. Das Erweitern fachlicher Kompetenz, die eigene Persönlichkeit weiterentwickeln sowie das Gestalten einer Haltung im heilpädagogischen Sinn sind grundlegende Elemente unserer Ausbildung.

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Pressemitteilung

Stephanie Bäsmann, Leiterin der Fachakademie für Heilpädagogik Rummelsberg (li.), im Gespräch mit Referentin Sylke Stricker. Foto: Andrea Wismath

Assistenten ersetzen Hände und Füße

Sylke Stricker berichtet beim Fachtag Heilpädagogik vom selbstbestimmten Leben als Mensch mit Behinderung Rummelsberg – „Leben und Wohnen mit Unterstützungsbedarf“ war das Thema des Fachtags der Fachakademie für Heilpädagogik Rummelsberg in diesem Jahr. Wie das in der Praxis aussieht, darüber berichtete Sylke Stricker den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Sie ist seit ihrem 16. Lebensjahr querschnittsgelähmt und lebt seit sie ihr Elternhaus verlassen hat mit Assistenz in ihren eigenen vier Wänden. „Das ist kein Luxus, es gibt einen Rechtsanspruch“, stellte die Referentin gleich zu Beginn klar. Die gebürtige Leipzigerin arbeitet als Beraterin beim Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Behinderter in Erlangen. Sie machte deutlich, wie wichtig es für Menschen mit Behinderung ist, selbst darüber zu entscheiden, wie sie leben möchten.

Ein selbstbestimmtes Leben habe es damals in der DDR für Menschen mit Behinderung nicht gegeben. Deswegen zog Sylke Stricker direkt nach der Wende nach Erlangen, wo sie zunächst mit Unterstützung von Zivildienstleistenden im Studentenwohnheim lebte. Heute beschäftigt sie fünf Assistentinnen, die mit ihrer Anleitung verschiedene Aufgaben im Haushalt und in der Pflege übernehmen, sie aber auch in der Freizeit begleiten. „Assistenten sollen Hände und Füße ihrer Klienten ersetzen, nicht ihren Kopf“, sagt sie. Sylke Stricker betont, dass diese Zusammenarbeit nur funktioniere, wenn es zwischen Assistenten und Klienten sowohl auf der Sachebene, als auch auf der Beziehungsebene stimme.

Das Leben mit Assistenz habe wie eine Medaille zwei Seiten, erzählt Sylke Stricker: Zum einen bedeute es Hilfe und Unterstützung für Menschen mit Behinderung. Zum anderen müsse man aber viel Nähe aushalten, denn als Klient teile man schließlich auch die Intim- und Privatsphäre mit den Assistenten. „Leben mit Assistenz ist ein lebenslanger Lernprozess“, ist sich Sylke Stricker sicher. Sie legt großen Wert darauf, klare Regeln zu formulieren, beispielsweise, dass die Assistenten das Zimmer verlassen, wenn sie telefoniert. Im Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Behinderter berät Sylke Stricker Menschen, die wie sie möglichst selbstbestimmt leben möchten. Dass der Großteil der Menschen mit einer geistigen Behinderung in stationären Einrichtungen lebt, machte Prof. Dr. Erik Weber von der Evangelischen Hochschule Darmstadt in seinem Abendvortrag deutlich. „Diese Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren nicht verändert“, betonte der Referent. Er gab einen kurzen Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Behindertenhilfe und stellte in Auszügen den Bericht des Ausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderung vor. Sein Vortrag machte deutlich, welche Anstrengungen für eine adäquate Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, besonders des Artikels 19 „Unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft“, noch zu unternehmen sind.

Text: Andrea Wismath